Otto Dix

Im Rückblick auf die ebenso sehenswerte wie erfolgreiche Ausstellung:
Otto Dix – Der böse Blick (11.02.2017 bis 14.05.2017, Kunstsammlung NRW –K20 Düsseldorf, Grabbeplatz), die große Beachtung fand, ist unser heutiger Blogbeitrag nochmals diesem grandiosen deutschen Maler und Grafiker gewidmet, dessen Lebensweg und wichtigsten Stationen seiner Schaffensperiode wir hier beschreiben.

Aus dem Jahre 1920 ist von ihm der denkwürdige Ausspruch überliefert (Zitat):

„Ich kumm uff keinen grienen Zweich; meine Malereien sind unverkäuflich. Entweder ich werde berühmt oder berüchtigt.“

Heute ist unumstritten, das Dix zu den besten und bedeutendsten Porträtisten gehörte, den die .Epoche der „Neuen Sachlichkeit“ hervorbrachte.

Fotografie: akg-images

Otto Dix wurde am 02.12.1891 in Untermhaus bei Gera geboren.
Er verstarb am 25.07.1969 in  Singen (Hohentwiel).

Otto Dix war ein deutscher Maler und Grafiker, der sich Anfang der zwanziger Jahre nach anfänglichen expressionistischen und dadaistischen Experimenten der Neuen Sachlichkeit zuwandte. Neben seinem Malerkollegen Georg Grosz war er ihr führender Vertreter  in dieser Zeit, bevor er sich nach einer Phase der Landschaftsmalerei in seinem Spätwerk wieder dem Expressionismus näherte.

Seine Hingabe zu einer oftmals proletarischen Kunst wurzelte schon in seiner Herkunft aus einer Arbeiterfamilie. Nach vierjähriger Lehrzeit bei einem Dekorationsmaler besuchte er 1910 bis 1914 die Kunstgewerbeschule in Dresden. Sein Lehrer war u.a. der Bildhauer Richard Guhr.

Nachimpressionistische und Expressionistische Stilelemente bestimmten seine künstlerischen Anfänge, die vom 1. Weltkrieg unterbrochen wurden, den Dix als Maschinengewehrschütze erlebte. Er wurde mehrfach verwundet wurde. Aus diesen Erlebnissen heraus entstand das fünfzigblättrige Radierwerk Der Krieg (1923-24)

Nach Kriegsende setze Dix zunächst seine Ausbildung in Dresden fort. Er wurde Meisterschüler Max Feldbauers und Otto Gussmanns.

1919 war er Mitbegründer der Dresdner Sezession, ging 1912 nach Düsseldorf, wo er Schüler Heinrich Nauens wurde und sich der fortschrittlichen Gruppe „Junges Rheinland“ anschloss, der u.a. auch Max Ernst und O. Pankok angehörten. Der psychische Schock der Kriegskatastrophe, die sich anschließende Krise und Verzweifelungsstimmung wurden für DIX zur Stimulanz für seine anklagende Botschaft als Maler und Grafiker.

1920 bis 1923 arbeitete er an dem anatomisch genauen, gleichzeitig aber zu einer Vision des Schreckens gesteigerten Gemälde „Der Schützengraben“, das heute leider als verschollen gilt. 1937 wurde es in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt.

Außer den Gestaltungsversuchen des Kriegsinfernos finden sich im Werk Otto Dix´ sozialkritische Schärfe und schonungslose Offenheit. In dem Bild „Der Streichholzhändler I“ (1920, Stuttgart, Neue Staatsgalerie) kauert ein blinder Krüppel. Aus der Froschperspektive sind von den vorbeieilenden Passanten nur die Beine zu sehen sowie ein Hund, der an dem Kriegsinvaliden sein Bedürfnis verrichtet. Dix realisierte seine erschütternden Themen mit technischer Perfektion, er beherrschte dabei die altmeisterliche Lasurmalerei ebenso wie die expressionistisch-flächige Technik und die äußerst präzise Darstellungsweise mit spitzer Feder.

Otto Dix, 1891-1969
Schwangere Arbeiterfrau mit Kind, 1921
Öl auf Leinwand, 120 x 81 cm
Dresden, Gemäldegalerie,
www.skd.museum

Ein schonungsloser Realismus gepaart mit einer tiefgreifenden Charakterzeichnung, kennzeichnet seine Porträts der zwanziger und frühen dreißiger Jahre, so z.B. sein Bild „Meine Eltern 1“ (1921, Basel, Kunstmuseum)

Hier finden sie eine Bildbetrachtung zu diesem bedeutenden Werk:

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BILDBETRACHTUNG  „Meine Eltern 1“

1927 bis 1933 lehrte Dix als Professor an der Akademie in Dresden. In dieser Zeit entstanden die beiden großen Triptychen „Großstadt (1927/28, Essen, Folkwang Museum) und „Der Krieg“ (1929-32, Dresden, Gemäldegalerie)

1933 wurde Dix von den Nationalsozialisten seiner Professur enthoben. Er erhielt Mal- und Ausstellungsverbot. Sein Werk wurde diffamiert. In diesem Jahr entstand das Bild „Die sieben Todsünden“ (als Leihgabe in Karlsruhe, Kunsthalle), in dem Hitler als dämonischer Kobold auf einer Hexe seinem sicheren Untergang entgegenreitet.

1936 zog sich Dix nach Schloss Randegg bei Singen, dann nach Hemmenhofen am Bodensee zurück. Hatte er sich bereits nach 1933 in seinen Landschaftszeichnungen, in Anlehnung an den Stil der Donauschule die Themen seiner Bilder entschärft, so widmete er sich in den Nachkriegsjahren verstärkt der Landschaftsdarstellung.

Otto Dix war einer der markantesten deutschen Repräsentanten der nachexpressionistischen Generation und einer der scharfsinnigsten, satirischen  Porträtisten in Deutschland.

In seinem Artikel:

„Zurück zur Vernunft: Tendenzen der Neuen Sachlickeit“, der dem Inhalt des Buches: „Die Malerei des 20. Jahrhunderts“ entnommen ist, reflektiert der Kunsthistoriker Gottlieb Leinz das Umfeld des damaligen Zeitgeistes an Malern wie:  George Groz, Christian Schad, Grant Wood, Edward Hopper und Dick Ket.

Den vollständigen, farbig bebilderten Artikel lesen sie hier:

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BEBILDERTER ARTIKEL „Zurück zur Vernunft“

Informationen zum Buch: Die Malerei des 20. Jahrhunderts (sowie einen Bestellbutton für den Download dieses digitalen Kunstbuches als E-Books finden sie hier:

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BUCH INFORMATION: Die Malerei des 20. Jahrhunderts

Der nächste Blogbeitrag, der in Kürze wiederum auf dieser Seite erscheint, wird aus Anlass des 75. Todestages dem bedeutenden deutschen Maler, Grafiker, Schriftsteller und Soziologen Johannes Heinrich Vogeler gewidmet.

Das oben erwähnte digitale Kunstbuch „Die Malerei des 20. Jahrhunderts“ befasst sich ebenfalls mit der Zeit seiner Schaffensperiode und weiteren Malern aus seiner Umgebung.

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Heinz Hermann Serges

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