Edward Hopper

Anlässlich  des Todestages von Edward Hopper der sich im Mai d.J. zum fünfzigsten Male jährt, widmen wir in den heutigen Blogbeitrag diesem amerikanischen Maler und Vertreter des Realismus, dessen urbane Bildmotive das zeitgenössische Leben portraitieren, so wie es in seinem berühmten, 1942 entstandenen Ölgemälde „Nighthawks“ , das weiter unten abgebildet ist, zum Ausdruck kommt.

Foto: Museum Syndicate

Edward Hopper wurde am 22.07.1882 in Nyack, New York, geboren. Er verstarb vor 50 Jahren am 15.05.1967 ebenfalls in New York, wo er auch die meiste Zeit seines Lebens verbrachte.

Hopper entwickelte in der Nachfolge der Ashcan School einen realistischen, sich auf die Wohnarchitektur und Landschaften beschränkenden Stil. Von 1906 bis 1910 studierte er an der New York School of Art unter Robert Henri, der ihm auch die Kenntnis der europäischen realistischen Kunst eines Gustave Courbet und Eduard Manet vermittelte. Zu eigenen Studien reiste Hopper während dieser Zeit durch Europa und hielt sich vor allem in Spanien und in Paris auf, wo er im impressionistischen Stil Stadtansichten zeichnete und malte. Beispiel: Der Pavillon de Flore, 1909, oder Der Quai des Grand Augustins, 1909, beide New York, Widney Museum of American Art

Die konturbetonte Gestaltung und die Wahl angeschnittener Bildmotive weisen bereits auf die späteren, reiferen Bilder nach 1925.

1910 kehrte Hopper nach New York zurück, beschäftigte sich dort aber bis 1920 hauptsächlich mit Radierungen aus dem amerikanischen Alltagsmilieu. Die positiven Reaktionen auf seine erste Ausstellungen 1920 und 1922 in New York, in denen er seine Pariser Arbeiten und neuere Aquarell-Karikaturen zeigte, veranlassten ihn jedoch, ab 1923 die Ölmalerei wieder aufzugreifen.

Bis 1929 verbrachte Hopper die Sommermonate regelmäßig in den Kleinstädten New Englands, deren provinzielles Erscheinungsbild er in etlichen Bilder festhielt. 1930 kaufte er ein Landhaus in South Truro auf Cape Cod. Die dortige Landschaft lieferte seitdem die Bildmotive. In dieser Zeit von 1925 bis 1930 entwickelte Hopper seinen realistischen Stil: Kolonialarchitektur des flachen Landes, wie zum Beispiel: Früh am Sonntagmorgen, 1930, New York, Widney Museum of American Art ferner die das weite menschenleere Land prägenden Zivilisationszeichen der Gegenwart, wie Brücken, Telefonmasten, Depots, Autos. Beispiel: Haus an der Eisenbahn, 1923, New York, MoMa Museum of Modern Art

Hopper stellte damit bewusst die irreguläre Naturform den von Menschenhand geschaffenen Konstruktionen gegenüber. Er verband die Motive in einer kontrastreichen und plastisch modellierenden Helldunkelmalerei, die durch klarleuchtende Farben akzentuiert wird. Die entscheidende Rolle in den Bildern der letzten Jahrzehnte übernimmt jedoch das harte künstliche Licht, das in Verbindung mit den frontal ausgerichteten und meist unbelebten Architekturen den statischen und äußerst harmonischen Eindruck der kompositionellen Ordnung verstärkt, wie es auch in dem nachstehend dargestellten Werk „Nighthawks“ zum Ausdruck kommt. Die Anonymität der zeitgenössischen Sujets und der mit malerisch subtilen Mitteln erzielte Realismus hatte in den sechziger Jahren großen Einfluss auf die amerikanischen Maler der Pop Art und des Fotorealismus.

Edward Hopper, 1882-1967
Mitternachtsvögel, 1942
Öl auf Leinwand, 84 x 152 m
Chicago, The Art Institute of Chicago, www.artic.edu

In seinem Artikel:

„Zurück zur Vernunft: Tendenzen der Neuen Sachlickeit“, der dem Inhalt des Buches: „Die Malerei des 20. Jahrhunderts“ entnommen ist, reflektiert der Kunsthistoriker Gottlieb Leinz das Umfeld des damaligen Zeitgeistes an Malern wie: Otto Dix, George Groz Christian Schad, Grant Wood und Dick Ket.

Diesen interessanten, farbig bebilderten Artikel lesen sie hier:

Zurück zur Vernunft: Tendenzen der Neuen Sachlichkeit

Informationen über das Buch: Die Malerei des 20. Jahrhunderts sowie einen Bestellbutton für den Download diesen digitalen Kunstbildband als E-Books finden sie hier:

Die Malerei des 20. Jahrhunderts

Wichtige Nachricht:

Der nächste, in Kürze erscheinende  Blogbeitrag ist dem Maler

Charles-Francois Daubigny gewidmet, dessen Geburtstag sich bereits Anfang diesen Jahres zum 200. Mal jährte. Daubigny gehörte der Schule von Barbizon an und gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des IMPRESSIONISMUS. In diesem Zusammenhang verweise ich schon jetzt auf den hierzu passenden E-Book: „IMPRESSIONISMUS – Zusammenspiel von Licht und Farbe“

Ausführliche Informationen zu diesem digitalen Kunstbildband finden sie hier:

IMPRESSIONISMUS Zusammenspiel von Licht & Farbe

Ich freue mich darauf, sie auf dieser Seite wieder begrüßen zu dürfen.

Heinz Hermann Serges

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