August Macke

Anfang 2017 jährte sich zum 130. Mal der Geburtstag eines bedeutenden deutschen Expressionisten, August Macke, dessen viel zu kurzen aber intensiven Lebensweg wir in unserem heutigen Blogbeitrag beschreiben wollen:

August Macke, mit ganzem Namen: August Robert Ludwig Macke, wurde am 03.01.1887 im sauerländischen Meschede a.d. Ruhr geboren und lebte ab1900 vorwiegend in Bonn. Verstorben ist er am 26.09.1914 im französischen Perthes-les-Huries, Champagne, an den Folgen einer Kriegsverletzung in den Wirren des 1.Weltkrieges.

Macke war Mitglied des „Blauen Reiter“ und gehörte zu den bedeutendsten Vertretern des „rheinischen Expressionismus“, der den Orphismus Robert Delaunays und die räumlich-plastische Bildkonstruktion des „Kubismus“ zu einem eigenständigen, farbintensiven Stil ausweitete. Von 1904 bis 1905 studierte Macke an der Düsseldorfer Kunstakademie, 1905 – 1906 an der dortigen Kunstgewerbeschule. Die wenigen Ölbilder aus seiner Düsseldorfer Zeit, wie Rheinbrücke am Abend > 1906, München, Städtische Galerie am Lehnbachplatz < erinnern in ihrem atmosphärischen Stimmungsgehalt an spätromantische Landschaftsbilder.

1907 trat Macke seine erste reise nach Paris an. Fasziniert von den französischen Impressionisten interessierte ihn damals bereits die konsequente Anwendung reiner Farben, ohne an irgend welche Gegenstände zu denken.

Unterstütz von dem Fabrikanten und Sammler, Bernhardt Koehler, seinem lebenslangen Mäzen, besuchte er 1907-1908 die Malklasse von Lovis Corinth in Berlin. Nach seinem Militärdienst 1909-1910 folgte die Hochzeitsreise nach Bern in der Schweiz, wo Macke Freundschaft schloss mit dem Maler Louis Moilliet, und nach Paris. Während des anschließenden Tegernseer Aufenthalts verarbeitete Macke die Eindrücke seiner Reisen.

Gemeinsam mit seinem Vetter Helmuth Macke, malte er hier oft nach dem Modell, suchte aber in der ruhigen Beobachtung seiner häuslichen Umwelt, in Landschaften, Interieurs und Bildnissen, die bis dahin noch gepflegte impressionistische Technik durch eine plastisch umschreibende und flächenhaft aufgetragene Farbfelder einen Paul Cezanne vergleichbaren Bildaufbau zu erzielen.

Eine Matisse-Ausstellung in München (1910) hatte Macke stark beeindruckt und bewirkte eine noch flächigeren Einsatz reiner Farben, wobei auf jede zusätzliche Schattierung und Detailmodellierung der Formen verzichtet wurde, z.B. in Blumen am Fenster oder Bildnis Bernhardt Koehler, beide 1910, München, Städtische Galerie im Lehnbachhaus ( ).

In München lernte Macke 1910 auch Franz Marc kennen, der ihn – nachdem er nach Bonn zurückgekehrt war – aufforderte einer 1911 neu gegründeten Gruppe, dem Blauen Reiter, mitzuwirken.

Franz Marc
Vasili Kandinsky

Macke beteiligte sich an den beiden programmatischen Ausstellungen in München  und später auch in Köln (1011-1912) und verfasste für den Almanach des Blauen Reiter den Artikel „Masken“ (hier lesen sie das komplette Original-Manuskript Link.) Macke bewahrte jedoch von Anfang an eine gewisse Skepsis vor allem gegenüber den von Kandinsky formulierten anspruchsvollen Funktionen der Kunst. Der Einfluss von Kandinsky und Marc findet sich nur in ganz wenigen Bildern Mackes.

Ende 1912 reiste Macke gemeinsam mit dem Ehepaar Marc nach Paris. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ der Besuch bei Delaunay. Delaunays Eifelturmbilder mit ihren simultanen Farbkontrasten entsprachen vollkommen Mackes Vorstellung „die raumbildenden Energien der Farbe“ in einem konstruktiven Gerüst zu verwirklichen. Dennoch vermochte ers sich in seinen letzten Schaffensjahren dem Vorbild von Delaunays Orphismus zu entziehen, indem er sich bewusst auf die direkte Beobachtung der Natur in ihrem lichterfüllten Wesen beschränkte und den Weg zur Abstraktion ablehnte.

1913 organisierte Macke in Bonn die Ausstellung „Rheinische Expressionisten“. Unmittelbar danach siedelte er mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thunersee in der Schweiz über, wo er seinen gewohnten Themen: Spaziergänge im Freien, Hutläden, Schaufenster oder badende Mädchen gestaltete. Über seinen Kontakt zu Moilliet, den er dort wieder aufgenommen hatte, intensivierte sich auch seine Freundschaft zu Paul Klee.

Paul Klee
Louis Moilliet

Die drei Maler brachen im April 1914 zu der berühmt gewordenen Studienreise nach Tunesien auf. Die während dieses 14-tägigen Afrika-Aufenthaltes entstandenen 37 Aquarelle und Zeichnungen gehören zu Mackes reifsten Bildformulierungen. Es gelang ihm, die in Bleistift skizzierten Motive in spontanem Malakt in transparente Farbflächen umzusetzen. In ihren rhytmisch nuancierten Farbzonen, denen meist eine geometrische Struktur zugrunde liegt, scheinen sich Figur und Gegenstand immateriell im Licht aufzulösen.

Ein Beispiel hierfür ist das Bild „Seiltänzer“ von 1914. (das Bild und eine Bild- und Stilbetrachtung erreichen sie über diesen Link).

Mit Kriegsbeginn 1914 wurde August Macke zum Militär eingezogen und fiel in den Wirren des Krieges – mit gerade mal 27 Jahren – an der Westfront in der Champagne in Frankreich.

In seinem Artikel:

Vom Klang der Bilder:
Die Maler des „Blauen Reiters“,

der dem Inhalt des Buches: „Die Malerei des 20. Jahrhunderts“ entnommen ist, reflektiert der Kunsthistoriker Gottlieb Leinz das Umfeld des damaligen Zeitgeistes an Malern wie: Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger,Alexej von Jawlensky und Paul Klee.

Den vollständigen Artikel lesen sie hier.

Informationen zu dem o.g. Buch:

Die Malerei des 20. Jahrhunderts sowie einen Bestellbutton für den Download dieses digitalen Kunstbuches als E-Books finden sie hier.

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