100 Jahre „De Stijl-Bewegung“

Ein Klassiker der Modernen Kunst hat Geburtstag.

Piet Mondrian, Grauer Baum, 1911, Öl auf Leinwand, Den Haag, Haags Gemeentemuseum
Piet Mondrian, Grauer Baum, 1911, Öl auf Leinwand, Den Haag, Haags Gemeentemuseum

Die „De Stijl-Bewegung“ etablierte sich 1917 als Künstlervereinigung in dem niederländischen Ort Leiden aus einer Gruppe von Malern, Architekten, Designern und Dichtern und bestand bis 1931.

Gründungsmitglieder waren die Maler: Theo van Doesburg, Piet Mondrian, Georg Vantongerloo, Vilmos Huszár und Bart van der Leck, die Architekten und Designer: Robert van´t Hoff, J.J.P. Oud und Jan Wils sowie der Dichter: Antony Kok. Die Architekten und Designer: Gerrit Rietveld und Cornelius van Eesteren sowie der Maler: Friedrich Vordemberge-Gildewart kamen neu hinzu, nachdem bis 1922 acht der anfänglich zehn Mitglieder die Vereinigung wieder verlassen hatten.

Der Grundgedanke, auf den sich die Gruppe in einem gemeinsam verfassten Manifest verständigt hatte, war die Einhaltung einer „geometrisch-abstrakten, asketischen“ Darstellungsform sowie ein auf Funktionalität beschränkten Purismus.

Im ersten Manifest von 1918 heißt es:

„Es besteht ein altes und ein neues Zeitbewusstsein. Das alte richtet sich auf das Individuelle. Das neue richtet sich auf das Universelle. Der Streit des Individuellen gegen das Universelle zeigt sich sowohl in dem Weltkrieg wie in der heutigen Kunst. Der Krieg destruktiviert die alte Welt und ihren Inhalt: die individuelle auf jedem Gebiet. Die neue Kunst hat das, was das neue Zeitbewusstsein enthält, ans Licht gebracht: gleichmäßiges Verhältnis des Universellen und des Individuellen.

„Bei aller Theorie wollte „De Stijl“ einfachste Strukturen entwickeln. Die „Zufälligkeiten“ der Natur sollten auf klare Formeln und Gesetze zurückgeführt werden und den Menschen und die gesamte Gesellschaft prägen.

Das Original-Manifest von 1918 und die deutsche Übersetzung lesen sie hier.

Als Organ der Bewegung erschien am 16. Juni 1917 erstmals auch die Monatszeitschrift

„De Stijl“, herausgegeben von Theo van Doesburg, mit zeitweiligen Unterbrechungen bis 1928 und wurde danach wieder eingestellt. Eine letzte Sonderausgabe der Zeitschrift wurde nach dem Tode des Herausgebers im Jahre1931 zu dessen Ehren aufgelegt.

Aber bereits einige Jahre vor Einstellung der Kunstzeitschrift hatte die Gruppe damit begonnen sich aufzulösen. 1925 war es zuletzt Mondrian der wegen erheblicher Meinungsverschiedenheiten mit Theo van Doesburg die Gruppe verließ.

Unter der Überschrift: Die Geometrie des abstrakten Bildes: Vom Konstruktivismus zur Farbflächenmalerei“, dem Teile des obigen Textes entnommen sind, widmet sich der bekannte Kunsthistoriker Gottlieb Leinz, früherer Kustos am Wilhelm Lehmbruch Museum in Duisburg,  In seinem kürzlich als digitale Neufassung erschienenen Werk

„Moderne Kunst – Die Malerei des 20 Jahrhunderts“– erschienen 2017 bei Serges Medien, u.a. ausführlich dieser Bewegung.

Den vollständigen, farbig bebilderten Artikel können sie hier lesen:

Auszug aus dem Buch „Die Malerei des 20.Jahrhunderts“ von Gottlieb Leinz, © Koniklijke Smeets b.v., Weert, NL und Serges Medien.

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